Was im Handel als Akazienhonig verkauft wird, kommt nicht von der echten Akazie – sondern von der Robinie, einer Baumart aus Nordamerika, die in Deutschland vor allem auf alten Tagebaugebieten im Osten wächst. Wir fahren dafür extra nach Brandenburg, in die Nähe von Potsdam, wo sandige Böden genau das bieten, was die Robinie braucht. Die Blütezeit dauert nur 10 bis 14 Tage – und sie ist heikel. Ein starker Schauer, Sturm oder Wind reicht aus, um die empfindlichen Blüten komplett abzuschlagen. Kommen die Eisheiligen oder ein später Frost dazwischen, frieren ganze Gebiete ab und alle Knospen fallen auf einmal. Wenn es aber passt, liefert die Robinie Unmengen Nektar – so viel, dass die Bienen kaum hinterherkommen. Das Ergebnis ist ein glasklarer Honig, manche Jahre mit einem leichten Grün- oder Gelbstich. Blumig-mild im Geschmack, sehr lange flüssig – weil der hohe Fruchtzuckergehalt die Kristallisation verhindert. Ideal in Joghurt, Müsli oder Tee.