Im Sulcis, ganz im Südwesten Sardiniens, steht Carignano auf sandigen Böden und in der vollen Sonne — und bringt Weine hervor, die dunkel, warm und würzig sind. Der Amentos ist so einer: tiefrot im Glas, mit Pflaume und Kirsche in der Nase und viel Substanz am Gaumen. Fünfzehn Prozent stecken darin, die man ihm nicht als Schwere anmerkt. Ein Wein für den späten Abend und ein kleines Glas. Sardus Pater keltert auf Sant'Antioco, der Insel vor der Südwestküste Sardiniens. Der Wein trägt die Klassifikation Carignano del Sulcis DOC — Denominazione di Origine Controllata, die kontrollierte Herkunftsbezeichnung für Carignano aus diesem Gebiet. Sie ist die wichtigste italienische Herkunft, die ganz auf diese Sorte zugeschnitten ist. Ein tiefes Rot füllt das Glas. In der Nase ein intensives Bouquet mit Pflaume und Kirsche, dahinter Würze. Am Gaumen reichhaltig, voll und warm, mit einem würzigen Abgang, der lange bleibt. Die Konzentration ist deutlich zu spüren — das ist ein Wein, von dem ein kleines Glas schon viel liefert. Würzigem Hartkäse steht er besonders gut, ebenso Geschmortem und kräftigem Braten. Genauso gern steht er allein im Glas, spät am Abend, wenn nichts mehr ansteht. Ein Wein, den man langsam trinkt und der einem dafür Zeit lässt. Abgefüllt wird der Amentos in der 0,5-Liter-Flasche — ein Format, das zu seiner Dichte passt, weil man ohnehin bei kleinen Gläsern bleibt. Er ist schön gereift und trinkt sich jetzt hervorragend. Man könnte ihn für den ganz besonderen Abend zurücklegen. Ein ruhiger Abend zu zweit ist aber schon einer.