Beschreibung „Träumereien“ ist ein Fenster in eine Welt, in der die Grenzen zwischen Fantasie und Wirklichkeit fließend werden. In diesem Werk führt Ri Meuser von Eschmar die Betrachter:innen in ein traumhaftes Zwischenreich, in dem ein einzelner Fisch zum Träger ganzer Geschichten wird – Geschichten, die sich in feinen Linien, versteckten Figuren und symbolträchtigen Details entfalten. Der große Fisch, zentral und kraftvoll, scheint nicht zu schwimmen, sondern zu schweben. Sein Körper ist wie eine lebendige Landkarte: in den schimmernden Rot-, Ocker- und Rosétönen tauchen kleine Gestalten auf – Könige, Tiere, Gesichter, Märchenwesen. Sie sind nicht gemalt wie in einem klaren Bild, sondern erscheinen wie Erinnerungen, die sich aus dem Unterbewussten heben. Die Mono-Sgraffito-Technik verleiht dem Werk eine tiefe, schichtreiche Oberfläche. Pigmente werden aufgetragen, abgekratzt, neu lasiert. Dadurch wirkt das Bild wie ein Traum, der immer wieder übermalt wurde, bis alle Ebenen gleichzeitig sichtbar werden – Vergangenheit, Gegenwart und Fantasie in einem einzigen Moment. Der Fisch selbst – ein zentrales Symbol im Werk Meusers – steht für Reinheit, Transformation und das Eintauchen in die eigene seelische Welt. In „Träumereien“ wird er nicht nur zum Bildmotiv, sondern zum Erzähler: Auf seinem Körper spielen sich kleine Märchen ab, als würde er ganze Welten in sich tragen. Feine Zeichnungen im Hintergrund – schwebende Wesen, kleine Gestalten mit Kronen, zarte Tierfiguren – erinnern an kindliche Skizzen aus einer längst vergangenen Zeit. Doch gerade darin liegt ihr Zauber: Alles wirkt vertraut und rätselhaft zugleich. „Träumereien“ ist ein poetisches Werk über die Fähigkeit des Menschen, in Bilder einzutauchen, die zwischen Realität und Märchen schweben. Ein Bild, das nicht laut spricht – aber lange nachklingt.