Bildinterpretation Eine ausgemergelte, expressiv gezeichnete Frauenfigur mit wildem weißen Haar und einem großen, weit aufgerissenen Auge steht links im Bild – neben ihr wächst eine organisch-abstrakte Violettform empor, aus der weitere Gesichter, Augen und fremdartige Wesen hervorschauen, als stiege das Unbewusste selbst ins Bild. Die Kratzspur-Strukturen auf silbrigem Grund lassen das Werk vibrieren wie ein innerer Monolog, der nach außen drängt. Atmosphäre & Wirkung Violett, Grau und Ocker erzeugen eine beklemmende und zugleich faszinierende Spannung – das Bild blickt zurück, beobachtet, hinterfragt. Wer es lange anschaut, beginnt selbst zu suchen: in den Formen, in den Gesichtern, in sich. Hintergrund & Bedeutung Ri Meuser von Eschmar lebte zeitweise mit Schamanen an der US-Westküste, um deren Naturverständnis und Innenwelten zu studieren – dieser Blick nach innen, in verborgene Schichten des Bewusstseins, findet in diesem frühen Werk von 1971 eine fast schonungslose bildnerische Form.