Chardonnay im Friaul heißt: kein Holz, keine Opulenz, sondern klare Frucht und eine Säure, die wach hält. Bei Conte Brandolini duftet er nach frisch gebackenem Brot, Apfel und Akazienblüte — ein Weißwein, der zum Aperitif greift und dann einfach am Tisch bleibt. Zwölf Prozent, klar gebaut, und genau deshalb so gut trinkbar. Unkompliziert, aber keineswegs beliebig.Zwischen Alpen und Adria, im Friaul im Nordosten Italiens, liegen die Lagen von Conte Brandolini d’Adda. Der Chardonnay trägt die Klassifikation Friuli Grave DOC — Denominazione di Origine Controllata, die kontrollierte Herkunftsbezeichnung für die Schotterebene, die dem Gebiet ihren Namen gibt. Gekeltert wird er reinsortig aus der Rebsorte Chardonnay und im Edelstahltank ausgebaut.Glänzendes Strohgelb mit grünlichen Reflexen füllt das Glas. Der Duft erinnert an frisch gebackenes Brot, an Äpfel und an Akazienblüten. Am Gaumen trocken und gut balanciert, mit einer frischen, angenehmen Säure, die dem Wein seine Spannung gibt. Der Ausbau im Edelstahltank hält ihn klar und geradlinig; Holz kommt bewusst nicht ins Spiel.Als Aperitif eröffnet er den Abend, danach passt er zu frittiertem Gemüse, zu einem Meeresfrüchtesalat und zu leichten Fischgerichten. Bei acht bis zwölf Grad servieren. Gerade zu allem Frittierten ist seine Säure ein echter Gewinn — sie räumt den Gaumen auf und macht Lust auf den nächsten Bissen.Als unkomplizierter Begleiter durch einen ganzen Abend ist die 0,75-Liter-Flasche schnell leer, und das spricht für ihn. Am schönsten zeigt er sich jung, solange seine Frische ganz vorn steht. Man könnte ihn für den nächsten Fischabend zurücklegen. Ein Anlass für einen Aperitif findet sich allerdings fast jeden Tag.