London Dry Gin aus Basel, mit Fichtennadeln, die wir selber schneiden — in den Wäldern um Basel, in den Vogesen, im Schwarzwald. Zwei Tage Ansatz mit Wacholder und Zitronenschale, dann die Pot Still, verschnitten mit dem Brauwasser vom Ueli-Bier. Danach sechs Wochen Ruhe. Im Glas zuerst die Textur, weicher als die meisten in der Kategorie, weniger Kante, mehr Körper. Dann Wacholder, dann Zitrone, und ganz zuletzt das Harzige aus den Nadeln, das im Abgang wieder hochkommt. Pur trinkbar. Im Tonic kommt die Zitrusnote nach oben. Im Negroni runder als der Gentleman's — der Campari hat es leichter. Die Etikette hat Lena Studer gezeichnet, mit Details aus der Stadt, die man beim dritten Hinschauen noch findet. 0,5 l · 40 Vol.-% · Kategorie London Dry Gin · Goldmedaille, Concours International de Lyon 2024 Wie der Gin de Bâle entsteht ↓ Es muss der Morgen sein, an dem der Nebel aufreisst und die erste Sonne auf den nassen Zweig fällt, weil erst dann das Zitrische aus den Nadeln kommt, dieser scharfe grüne Geruch, den man am Nachmittag nicht mehr findet. Bis dahin steht man im Unterholz, die Hosen nass bis über die Knie, die Finger klebrig vom Harz, und wartet auf eine halbe Stunde, die sich nicht einplanen lässt. Ich gehe mit den Hunden und einer Gartenschere. Von einem Baum nehme ich ein paar Zweigspitzen und gehe weiter zum nächsten, nie so viel, dass man es ihm ansieht; ohne Nadeln komme ich nicht zurück, weil ich die Stellen kenne und so lange laufe, bis es reicht. Viel braucht es nicht — was eine Charge verlangt, passt in eine Einkaufstasche —, und die meisten Brennereien kaufen für denselben Zweck einen Extrakt. Zwei Tage liegen die Nadeln anschliessend im Alkohol, zusammen mit Wacholder und Zitronenschale, und in dieser Zeit passiert nichts, was man sehen könnte: Der Ansatz wird trüb, dann grünlich, und man riecht alle paar Stunden am Deckel, weil man es nicht lassen kann. Danach läuft der Ansatz über die Kolonne der Pot Still, 250 Liter pro Charge. Der Vorlauf geht weg, der Nachlauf geht weg, wir nehmen nur das Herz, und was daneben liegt, geht nicht zurück in den nächsten Ansatz, auch wenn es noch brauchbar wäre. Verschnitten wird mit dem Brauwasser vom Ueli-Bier, aus derselben Leitung, aus der das Bier kommt. Die Brauerei ist ein Betrieb in unserer Grösse, wir arbeiten oft zusammen, und ihr Bier steht an unseren Anlässen im Glas. Und dann steht er. Sechs Wochen mindestens, in denen niemand etwas tut, ausser warten.