Nach dem beispiellosen Welterfolg von Nevermind hätte Nirvana den sicheren Weg gehen und ein weiteres glattpoliertes Pop-Grunge-Album produzieren können. Stattdessen entschieden sie sich für den Widerstand. „In Utero“ (1993) ist das Ergebnis: Ein wuchtiges, zerbrechliches und zutiefst ehrliches Album, das unter der Regie der Recording-Legende Steve Albini entstand. Es ist der Sound einer Band, die versucht, ihren Ruhm abzuschütteln, um ihre Seele zu retten. „In Utero“ wurde gemacht, um laut gehört zu werden. Besonders auf Vinyl entfaltet sich die Dynamik der Aufnahmen, die Albini so meisterhaft auf Band bannte. Man hört das Atmen der Verstärker und die Intensität in Cobains Stimme, die zwischen Flüstern und markerschütterndem Schrei wechselt. Es ist nicht nur ein Album – es ist ein Vermächtnis.