Verwendung Ganze Körner geben ihr Aroma langsam ab und gehören deshalb früh ins Gericht: ins Sauerkraut beim Ansetzen, in den Bräter zum Braten, ins Kochwasser der Kartoffeln, in den Brotteig. Wer die Körner nicht im Essen haben will, gibt sie in ein Teesieb oder mörsert sie kurz an — angemörsert geben sie mehr ab und lassen sich später nicht mehr aussortieren. Klassisch zu Sauerkraut, Krustenbraten, Schweinshaxe, Kohlgerichten, Kartoffeln, Roggenbrot, Handkäs und Kochkäs. Auch in Gurkeneinlegesud und in Kümmelschnaps. Gut zu wissen 100 g in der wiederverschließbaren Blechdose, ganze Körner. Kümmel ist nicht Kreuzkümmel. Die Namen ähneln sich, die Gewürze haben nichts miteinander zu tun: Kümmel schmeckt deftig-erdig und gehört in die mitteleuropäische Küche, Kreuzkümmel schmeckt warm-orientalisch und gehört in Currys, Chili und Falafel. Die beiden sind nicht austauschbar — eine Verwechslung ruiniert das Gericht zuverlässig. Ganze Körner halten ihr Aroma jahrelang, gemahlener Kümmel verliert es in Wochen. Trocken und dunkel lagern. Herstellung Kümmel ist die getrocknete Frucht einer Doldenblütlerpflanze, die in Mitteleuropa heimisch ist — er wächst auf Wiesen und wurde hier schon in der Jungsteinzeit genutzt. Der Kümmel stammt aus kontrolliert biologischem Anbau; die Kontrollstellennummer steht auf der Dose. Geschmack Kräftig, erdig, mit einer anisigen Süße darunter und einer leicht bitteren Kante. Es ist ein Geschmack, an dem sich die Geister scheiden — dazwischen gibt es wenig. Seine praktische Seite ist dabei kein Zufall: Kümmel gilt seit Jahrhunderten als verdauungsfördernd, und deshalb steht er traditionell dort, wo schwer verdauliches Essen auf den Tisch kommt — Kohl, fettes Fleisch, Hülsenfrüchte. Beim Mitkochen wird er milder und runder; roh angemörsert ist er am kräftigsten.