Manche Flaschen brauchen keine große Bühne. Die Mazzetti Grappa Riserva 1846 kommt hier ohne Holzkiste, nur Karaffe und Inhalt, und der Inhalt hat es in sich. Gedacht für alle, die sie für die eigene Hausbar kaufen und die Kiste sonst ohnehin in den Keller tragen würden. Gebrannt wird sie bei Mazzetti d’Altavilla in Altavilla Monferrato im Piemont, einer Brennerei, die 1846 gegründet wurde – daher der Name. Destilliert wird der Trester von Barbera und Dolcetto, jede Sorte für sich, im diskontinuierlichen Verfahren mit Wasserdampf. Danach reifen die Brände gut zwölf Monate in Barriques aus Allier-Eiche, werden vermählt und ruhen noch mindestens sechs Monate in Kastanienfässern. Mehr als 18 Monate also, aus der Fassbatterie Nummer 46. Abgefüllt wird mit 43 % vol. Ein warmer Bernsteinton, ein intensiver und dabei weicher Duft: So stellt sich die Riserva im Glas vor. Mazzetti ordnet sie als würzig und aromatisch ein. Aus der Barbera kommen Frucht und etwas Vanille, aus dem Dolcetto ein wenig Lakritz und eine leicht bittere Mandel im Nachklang. Der Alambicco d’Oro 2024 ist nur eine der Auszeichnungen im Regal der Brennerei. Nach einem langen Essen mit Freunden, wenn die Gespräche ruhiger werden, stellen wir die Flasche einfach dazu. Die Riserva passt zu Käse und Dessert, etwa zu Pecorino mit Honig oder einem Stück Mandelkuchen. Serviert wird sie bei etwa 18 °C im bauchigen Glas. Auch ohne Verpackung macht die eckige Karaffe mit 0,7 l eine gute Figur im Regal. Ehrlich gesagt steht sie dort meistens nicht lange.