Der Appassimento von Collefrisio kommt aus den Abruzzen und macht keinen Hehl daraus, dass er kräftig gemeint ist: angetrocknete Trauben, eine schwere Flasche, vierzehn Prozent. Dunkle Frucht, Dörrpflaume, Gewürz und weiches Tannin, alles konzentriert und dicht. Ein Rotwein für den Abend, an dem es deftig zugeht. Collefrisio keltert in den Abruzzen an der italienischen Adriaküste. Der Wein trägt die Klassifikation Terre di Chieti IGT — Indicazione Geografica Tipica, die geografische Angabe für die Provinz Chieti; sie lässt dem Erzeuger Freiheit bei den Rebsorten. Verwendet werden Sangiovese, Merlot und Montepulciano d'Abruzzo. Dichtes, dunkles Rot füllt das Glas. Vor dem Pressen trocknen die Trauben an und geben Wasser ab — das Appassimento-Verfahren, das für die Konzentration sorgt. In der Nase Dörrpflaume, Brombeere und Kirschmarmelade, dazu Gewürz und Schokolade. Am Gaumen vollmundig und weich, mit rundem Tannin und langem, süß wirkendem Abgang. Etwas Kräftiges vom Grill ist seine Bühne, dazu Braten, Wild und gereifter Käse oder eine Pasta mit dunkler Sauce. Gegen Rauch und Würze setzt er sich mühelos durch. Wer mag, gibt ihm eine halbe Stunde Luft; er ist aber von Anfang an zugänglich. Für eine größere Runde reicht er ebenso. Wegen seiner Fülle reicht die 0,75-Liter-Flasche an einem Abend gut für zwei. Er ist jetzt genau auf seinem Punkt und bleibt es die nächsten Jahre. Man könnte ihn also zurücklegen. Ein Wein mit so viel Wärme passt aber vor allem in die kalte Jahreszeit — und die kommt bekanntlich jedes Jahr.